Auf Einladung der Kreisvorsitzenden des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Enzkreis/Pforzheim Pfarrerin Dorothea Patberg informierte Christian Gehring, Mitglied des Landtags von Baden Württemberg, Polizeipolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Sprecher für Religion und Kirchen der CDU-Landtagsfraktion über das Thema: Umgang mit Religionen in Baden-Württemberg.

In Pforzheim sind inzwischen Menschen vieler Religionen beheimatet. Es gibt sogar einen „Rat der Religionen“, in dem sich Vertreter von Christen, Juden, Muslimen, Aleviten, Jeziden und anderen treffen und gemeinsame Aktionen durchführen. Welche Position bezieht die CDU-Fraktion im Landtag zum Thema Religionen?

Christian Gehring führte aus, dass insbesondere der wachsende Antisemitismus Sorge bereite und dass auf diesem Hintergrund wichtige Projekte auf den Wege gebracht wurden wie zum Beispiel der Einsatz von Polizei-Rabbinern oder der Anbau von koscherem Wein auf dem Staatsgut. Beides diene dazu, das Judentum und seine Kultur bekannter zu machen und Menschen die Begegnung mit dem heutigen Judentum zu ermöglichen. Als Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und zugleich Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Pforzheim nahm auch Rami Suliman an der Veranstaltung teil und betonte im intensiven Austausch mit den Gästen, dass er sich mehr Normalität im Umgang miteinander wünsche.

Gehring ging auch auf das Thema Religionsfreiheit ein und zeigte Grenzen auf. Er kritisierte, dass in Köln der Muezzin-Ruf gestattet worden sei. Dies könne man nicht mit dem Glockenläuten christlicher Kirchen vergleichen, da das Glockenläuten ein ganz allgemeiner Ruf zum Gebet sei, der Ruf des Muezzin dagegen ein ausgesprochenes Bekenntnis zu Allah zum Ausdruck bringe und daher nicht von jedem akzeptiert werden könne.

Im Hinblick auf die christlichen Kirchen forderte Gehring mehr Eintreten für die eigene Sache. Es sei ein seltsames Ungleichgewicht, wenn man als Christ für alle anderen Religionen Toleranz und Verständnis einfordere, aber seine eigene Religion nicht mit der gleichen Leidenschaft verteidige. So sei es auch fatal, wenn in christlichen Kindergärten aus Rücksicht auf andere Religionen das Vermitteln der christlichen Werte und Traditionen immer mehr in den Hintergrund rücke.

Vom Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum kam ein klares Plädoyer für eine verstärkte Rückbesinnung der CDU auf das christliche Menschenbild als Grundlage christdemokratischer Politik.


Foto: Christian Gehring MdL, Dorothea Patberg Vorsitzende EAK und Gunther Krichbaum MdB

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