Die Französin Christine Lagarde ist seit November 2019 neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Mit ihr verbindet sich insbesondere in Deutschland die Hoffnung auf eine restriktivere Geldpolitik und somit höhere Zinsen. Zu dieser Thematik referierte der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes Peter Schneider beim Neujahrsempfang des CDU Kreisverbandes und der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT Mitte Januar an der Hochschule Pforzheim.

Für den Titel des Vortrages „Zinslose Zeiten - steht die Finanzwirtschaft auf dem Kopf und ist der Sparer der Dumme?“ war der aus Oberschwaben stammende Schneider eine hervorragende Wahl, konnte er als ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter und Chef des mittelständigen Sparkassenverbands von der Wirtschaftspolitik aus erster Hand berichten. Bevor Schneider jedoch als Hauptredner ans Mikrofon trat, begrüßte der CDU-Kreisvorsitzende Gunther Krichbaum die Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur und sprach ein paar einleitende Worte zum neuen Jahr und dem sich anschließenden Vortrag. Dabei zeichnete Krichbaum das Umfeld in der sich die Europäische Union gegenwärtig befindet auf. „Zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China muss Europa seinen Platz erstreiten und behaupten“, sagte der EU-Ausschussvorsitzende. Nur ein vereintes Europa hat eine Chance, wenn sich zeitgleich die USA und China als Märkte abschotten und die Volksrepublik demokratische Werte verachtet. Im wirtschaftlichen Wettbewerb steht die Europäische Union jedoch auch zukünftig mit dem britischen Finanzsektor. Es gilt also auch auf diesem Bereich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Hier knüpfte der Referent Peter Schneider an, indem er in seinem Vortag die Bankenregulierung in den Mittelpunkt rückte. Es sei eine wichtige Erkenntnis der Finanz- und anschließenden Eurokrise gewesen, höhere Anforderungen an das Eigenkapital der Banken anzulegen. Diese Eigenmittel schmälern jedoch die Gewinne hiesiger Finanzinstitute, während beispielsweise amerikanische Geldhäuser bereits wieder hohe Gewinne einfahren können. Die Aktienkurse namhafter deutscher Großbanken sprechen hiervon Bände. „Maßlos übertrieben ist die Regulierung“ sagte der Sparkassenpräsident und warnte vor den langfristigen Folgen, auch für die private (Alters-)Vorsorge. Stattdessen beschäftigen sich heute linke Politiker mit Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung bei der Kreditvergabe und vernachlässigen dabei die Bonität der Kreditnehmer – auch jener Autobauer aus dem Ländle.

Im Ergebnis hielt Peter Schneider fest, dass die Finanzwirtschaft in der Tat auf dem Kopf steht und der Sparer „der Dumme ist“, sofern er sich nicht aktiv um sein Vermögen sorgt. Abschließend sprach der MIT-Vorsitzenden Dr. Jochen Birkle Worte des Danks und lud die 150 Gäste zum anschließenden Stehempfang ein.

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Markus Bechtle

Kreisgeschäftsführer der CDU Enzkreis/Pforzheim

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