Seit über fünf Wochen reißen die Proteste gegen das Mullah-Regime im Iran nicht ab. Auslöser der Massenproteste war der Tod von Jina Masha Amini. Die 22jährige war von der Sittenpolizei verhaftet worden, weil sie die Vorschriften für das Tragen eines Kopftuchs nicht vollständig eingehalten hatte. Sie verstarb am 16. September nach Schlägen auf den Kopf im Polizeigewahrsam. Besonders junge Frauen wollen die jahrzehntelange Unterdrückung, Entrechtung und Gewalt durch das Regime nicht länger hinnehmen. Sie legen in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch ab, kämmen sich auf der Straße, schneiden sich die Haare ab und tragen ihr Motto „Frau.Leben.Freiheit.“ mutig in Demonstrationen vor sich her. Sie wollen einen Regimewechsel. Immer mehr Menschen schließen sich ihnen an. Mittlerweile zieht der Protest weite Kreise in breiten Teilen der Bevölkerung und in allen Landesteilen.

Die Europäische Union hat wegen der Gewalt gegen Demonstrierende erstmals seit 2016 erneut Sanktionen gegen den Iran beschlossen. Am Samstag haben 100.000 Menschen in Berlin an einer Solidaritätskundgebung für die Protestbewegung teilgenommen.

Täglich erreichen uns über die Medien neue bewegende Bilder von mutigen Mädchen und Frauen, die unter Einsatz ihrer Gesundheit und Gefährdung ihres Lebens für ihre Freiheit eintreten. Aus anonymisierten Interviews mit iranischen Aktivistinnen wissen wir, dass sie auch darauf hoffen, international Aufmerksamkeit zu erregen. Was diesen Studentinnen, Schülerinnen, Müttern und Großmüttern jetzt helfen kann, ist die kritische Aufmerksamkeit, internationale Öffentlichkeit und der Druck, der so auf das Regime ausgeübt wird. Unsere öffentliche Solidarität stärkt ihren Widerstand.

Ich bitte Sie, unterstützen Sie in Ihren Verbänden der Frauen Union diese mutigen Vorkämpferinnen, indem Sie Mahnwachen organisieren, an Info-Ständen auf den Protest im Iran hinweisen und über Ihre Social-Media-Kanäle auf diejenigen hinweisen, die wegen ihres politischen Protests inhaftiert sind, wo ihnen Gewalt, Folter und lange Inhaftierung drohen.

Wenn wir den Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf die Protestbewegung richten, haben Falschnachrichten und Vertuschung durch das Regime keine Chance.

Lassen Sie uns nicht schweigen zu der brutalen unmenschlichen Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen, die nichts anderes verlangen, als die Einhaltung ihrer Menschenrechte.

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