CDU Enzkreis/Pforzheim

Die Baden-Württemberg-Partei

27.07.2018

Elektromobilität, schnelles Internet und Funklöcher

Staatssekretär Steffen Bilger bei CDU/JU-Veranstaltung im Jugendhaus Pro Zwo

Steffen Bilger
Steffen Bilger MdB bei seinem Vortrag im Jugendzentrum Pro Zwo in Mühlacker

Mühlacker.   Nur der Bühnenhintergrund im Jugendhaus Pro Zwo war schwarz –  als Mühlackers Schwarze zum Talk einluden, tauchten die Strahler den Raum in grünes und rotes  Licht. Ungewöhnlich jedenfalls das Ambiente für eine politische Veranstaltung von Stadt-CDU und Junger Union (JU) Mühlacker mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger über die Zukunftsthemen E-Mobilität, schnelles Internet und lückenfreier Mobilfunk. „Es sind vor allem Themen für junge Leute“, sagte zu Beginn JU-Vorsitzender Johannes Bächle.

Holzstühle und Sofas boten den Besuchern Platz, um zuzuhören und  zu diskutieren. Moderator Günter Bächle, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, hatte den Staatssekretär nach Mühlacker geholt. Er lobte, dass sich das Regierungsmitglied die Zeit zum Zuhören genommen habe. Seine Antworten auf Fragen seien prägnant gewesen, so dass für Besucher ausreichend Gelegenheit bestanden habe, ihre Meinung zu sagen, lobte er den 39-jährigen Bundestagsabgeordneten aus Ludwigsburg. „Der redet die Leute nicht in den Boden.“

Schwerpunktmäßig ging es bei Bilger und der anschließenden Aussprache, wie zuvor im  Fachgespräch bei den Stadtwerken Mühlacker, um die Elektromobilität. Die Steigerung der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen im Jahr 2017 lasse es realistisch erscheinen, dass bis 2020 eine Million E-Autos zugelassen werden. Elektrofahrzeuge sei, trotz aller noch vorhandenen Schwächen wie ausbaufähige Reichweiten,  mittlerweile  für  einen  breiteren  Kreis  von  Personen  interessant  geworden  sind.  Die steigende Nachfrage führe derzeit mangels Lieferfähigkeit vieler Modelle, geringer Stückzahlen und langen Lieferzeiten leider zu Wartezeiten nach der Bestellung. Bei den Fragen dreht es sich auch um Reichweiten, Strombedarf und Kosten des Ladestellennetzes. Der Staatssekretär sagte zudem, Deutschland, der bereits heute weltweit führend bei der Entwicklung des automatisierten und vernetzten Fahrens sei, werde hier weitere Fortschritte machen. „Bis man sich aber zu einem Nickerchen auf den Rücksitz legt und einen das Auto alleinfahrend nach Hause bringt, wird aber noch einige Zeit vergehen.“

Einfacher und unbürokratischer sind laut Bilger die überarbeitete Förderrichtlinie des Bundes  für den Breitbandausbau. Das Verfahren für die Antragstellung werde nun wesentlich schneller und effizienter. Damit könnten alle noch verbliebenen weißen Flecken an das Gigabit-Netz schneller angeschlossen werden. Der Startschuss für die Antragstellung erfolge am 1. August 2018. Der nächste Schritt zur flächendeckenden Erschließung mit Gigabit-Netzen werde  vorbereitet. Ein neues Programm solle ab Mitte 2019 die Förderung in Gebieten ermöglichen, die bereits an schnelles Internet angebunden, aber noch nicht gigabitfähig erschlossen sind. In seinen Eingangsworten hatte Johannes Bächle betont, bis zu 50 Megabit pro Sekunde, wie sie die Stadtwerke in Lienzingen, Mühlhausen und Enzberg anbieten,  sei ein großer Fortschritt gewesen, reiche aber auf Dauer nicht aus.

Die fünfte Generation der Mobilfunk- und Netztechnologie - 5G - befinde sich gegenwärtig in der Entwicklung und wird voraussichtlich ab 2020 zur Verfügung stehen, so Bilger. Bei der Versteigerung der Frequenzen werde der Bund darauf achten, dass die Funklöcher beim Mobiltelefon verschwinden. Er sei vor seiner Zeit als Abgeordneter und damit vor neun Jahren  täglich zwischen Stuttgart und Mannheim gependelt, im Zug seien regelmäßig die Funkverbindungen abgebrochen: „Das ist heute leider immer noch so.“ Das müsse sich ändern. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union.

Nachdem CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Peter Napiwotzky das Regierungsmitglied nach viereinhalb Stunden Station in Mühlacker mit einer Flasche Wein und dem Wunsch, wieder zu kommen, verabschiedet hatte, verzog sich die Runde in den rückwärtigen Raum des Saals zum Tischfußball. Das ist eben nur in einem Jugendhaus möglich.