CDU Enzkreis/Pforzheim

Die Baden-Württemberg-Partei

22.03.2018

„Wir haben ein Qualitätsproblem im Bildungssystem“

Jahresfeier der CDU Remchingen: Kultusministerin Susanne Eisenmann spricht Klartext

Dass sich das Ländle in Sachen Schule in den kommenden Jahren gründlicher als zuvor an seine Hausaufgabe setzen muss, daraus machte Susanne Eisenmann bei ihrem Besuch in Remchingen am Montag der vergangenen Woche keinen Hehl: „Wer spitze bleiben will, kann sich nicht darauf ausruhen. Dem FC Bayern München gelingt das vielleicht, aber anderen nicht.“ Die baden-württembergische Kultusministerin, die der CDU-Gemeindeverband zu seiner Jahresfeier in die Kulturhalle geholt hatte, stellte sich offen und kritisch der Diskussion mit den fast hundert Besuchern – darunter auch einige Lehrer und Vertreter aller Remchinger Schulen.

„Vergleichsstudien hängen bei mir nicht über dem Bett, aber sie sind ernst zu nehmen. Wir haben ein Qualitätsproblem im Bildungssystem in Baden-Württemberg“, erklärte die 53-jährige aus Stuttgart. Das zeige sich nicht nur in hinkendem Leseverständnis und mangelnder Rechtschreibung zu Beginn der weiterführenden Schulen. Dabei gebe es nicht den einen Grund oder den einen Schuldigen – schon gar nicht die Lehrkräfte. Früher erkennen können hätte man allerdings die zurzeit hohe Pensionierungswelle der im Lehramtsstudium starken Jahrgänge, die sich zu Schuljahresbeginn in tausenden offenen Stellen niedergeschlagen habe. Die Gesellschaft werde immer heterogener, ganz unabhängig von Migrationshintergründen: „Manche können in der ersten Klasse nicht mal den Stift halten, andere schon lesen“, verdeutlichte Eisenmann und ermutigte, auch Leistungsstärkere nicht abzuhängen, schließlich fühle sich auch ein unterforderter Schüler nicht wohl im Unterricht. Neben Sprachfördermaßnahmen und wieder verbindlichen Grundschulempfehlungen gelte es effektiver herauszufinden, wo das einzelne Kind steht.

 Unbedingt beibehalten solle man dabei die Durchlässigkeit und Vielfalt im hiesigen Schulsystem, um auch mit einem Start an der Werkrealschule Abitur und selbst auf dem dritten oder vierten Bildungsweg Karriere machen zu können. Mehr berufliche Orientierung an den weiterführenden Schulen solle späteren Enttäuschungen vorbeugen: „Das zieht sich bis zu den Unis, wo wir einige Studienabbrecher haben, für die dann doch die berufliche Ausbildung der bessere Weg ist.“ Leider habe man in den vergangen zehn Jahren über die Hälfte der Haupt- und Werkrealschulen verloren: „Wir werden um jeden einzelnen Standort kämpfen und brauchen die Vielfalt – es lohnt sich!“ Dazu gehörten auch die Gemeinschaftsschulen. Trotz Digitalisierungsbedarf komme es auf die Mischung an: „Das Buch durch den Laptop zu ersetzen ist keine Pädagogik.“

Für mehr berufliche Praktika, auch an Gymnasien, warb in der Diskussionsrunde Michael Schäfer: „Wir Handwerksmeister haben ein riesen Problem, adäquate Lehrlinge zu finden.“ Ein „peinliches Unterfangen“, aber letztendlich eine Sache der Technikabteilung sei laut Eisenmann der aktuell verzögerte Start der digitalen Bildungsplattform, die ein Lehrer der dafür ausgewählten Remchinger Realschule hinterfragte: „Auch mich hat es kalt erwischt, aber das Projekt wird so schnell und gut als möglich starten.“ Ob sie zu G8 oder G9 tendiere, fragte Felix Casper: „Zu beidem. Durch berufliche Gymnasien haben wir flächendeckend G9. Neben den G9-Modellschulen ist aber G8 die Grundlage, auf die wir uns verständigt haben.“

 

Bild 1:

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bei ihrer engagierten Rede vor zahlreichen Zuhörern in der Kulturhalle. Foto: Zachmann

Bild 2:

Zusammen mit Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (links) und dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Roland Kröner trug sich Dr. Susanne Eisenmann ins Goldene Buch der Gemeinde Remchingen ein. Foto: Zachmann

 

Bild 3:

Der Vorstand der CDU Remchingen zusammen mit Ministerin Dr. Susanne Eisenmann. Foto: Zachmann


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