CDU Enzkreis/Pforzheim

Die Baden-Württemberg-Partei

03.05.2018

Demenz-Beratung immer stärker gefragt

Enzkreis als Vorbild für Pforzheim – Pforzheimer CDU-Stadträte informieren sich in Mühlacker und Keltern

Keltern/Mühlacker. Die Beratung von an Demenz erkrankten Menschen und ihren  Angehörigen im Consilio Mühlacker und dessen Außenstelle, dem Demenz-Zentrum in Keltern, könnte Vorbild für den Aufbau eines entsprechenden Angebots durch die Stadt Pforzheim sein. Der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion Pforzheim, Florentin Goldmann informierte sich zusammen mit den Stadträtinnen Dr. Marianne Engesser und  Anneliese Graf zuerst im Consilio, dann jetzt im Demenz-Zentrum in der Bachstraße 32 in Keltern. Gesprächspartner  in Keltern waren die Sozialdezernentin des Enzkreises, Katja Kreeb, Sozialplanerin Margot Jäger, Consilio-Leiterin Karin Watzal und der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle (Mühlacker).

 

Wie Karin Watzal sagte, steige die Nachfrage nach Demenzberatung im Enzkreis stetig an, pro Fall müsse auch mehr Zeit aufgebracht worden: „Mit einem einmaligen Kontakt ist es nicht getan.“ Allein 2017 seien 239 Klienten aus den Vorjahren übernommen worden, im Laufe des Jahres seien 312 neue hinzugekommen.  Sozialdezernentin Katja Kreeb verwies auf den Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) Baden-Württemberg, der mit einem weiteren Anstieg der Zahl der an Demenz Erkrankten rechne, wodurch die Stadt- und Landkreise zusätzlich gefordert seien. Nach Auskunft von Karin Watzal und Margot Jäger bestehen zudem im Landkreis in der Regie von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden neun Beratungsstellen für Hilfen im Alter (BHA) mit 1850 Klienten im vergangenen Jahr, einem Plus von rund 1000 Personen, die Beratung suchten. Zusammen mit Wohnberatung und Hilfen des Pflegestützpunktes Mühlacker/Ötisheim hätten 2017 insgesamt mehr als 3000 Menschen um Rat und Tat nachgefragt, auf Kontakte umgerechnet seien es fast 15.000 gewesen.

 

Bedingt durch den demographischen Wandel werde die Zahl der Hochaltrigen und der Demenzkranken in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen, so Stadträtin Engesser. „Heute schon gelten Demenzerkrankungen als eine der Hauptursachen für Pflegebedarf im Alter.“ Die Diagnose Demenz stelle die Betroffenen und deren Angehörige vor große Herausforderungen. Für eine fachlich kompetente Beratung gebe es keine direkte Anlaufstelle in Pforzheim.

 

Oftmals werde daher Beratungshilfe im Östlichen Enzkreis gesucht, welcher alle wichtigen Beratungsleistungen fürs Alter unter einem Dach im Consilio in Mühlacker anbiete. „Dies halten wir für richtig, übersichtlich und zukunftsweisend“, so Anneliese Graf und Florentin Goldmann.  Sie forderten daher OB Peter Boch auf, das Gespräch mit dem Enzkreis zu suchen, um ein entsprechendes Angebot für Pforzheim und eventuell mit dem Westlichen Enzkreis zusammen, der ebenfalls weiteren Bedarf angekündigt habe, darzustellen und dem Gemeinderat vorzulegen. Vorstellbar wäre für sie ein Standort im Zentrum der Stadt, der gut auch mit dem ÖPNV erreichbar ist. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle, kann sich eine solche Einrichtung auch in gemeinsamer Trägerschaft von Kreis und Stadt vorstellen, da für die Menschen etwa aus dem Biet, Engelsbrand, Birkenfeld oder Neuenbürg eine Stelle in Pforzheim leichter zu erreichen sei als in Mühlacker oder Keltern.

 

Bildtext:

Im Demenz-Zentrum Keltern: Von links Karin Watzal, Katja Kreeb, Günter Bächle, Marianne Engesser, Margot Jäger, Florentin Goldmann und Anneliese Graf.